Digitalisierung der Sozialwirtschaft

In der Sozial- und Gesundheitswirtschaft ist gegenwärtig in einigen Bereichen und Geschäftsfeldern eine große Vielfalt digitaler Anwendungs- und Arbeitsfelder entstanden. Das größte Anwendungsfeld liegt derzeit in der Unterstützung von Arbeitsprozessen durch digitale Systeme, die im Hintergrund der sozialen Dienstleistungserbringung genutzt werden. Hierzu gehören der große Bereich der digitalen Datenverarbeitung, -dokumentation und -auswertung sowie die Koordination und Steuerung von Leistungen in Teams, z. B. in der Dienstplangestaltung, der Bettenbelegung im Krankenhaus oder in stationären Pflegeeinrichtungen sowie digitale Tourenplanungen in der ambulanten Pflege.

Es ist jedoch zu beobachten, dass sich im Hintergrund dieser „personenbezogenen Kerndienstleistungen“ eine zunehmende Digitalisierung der Prozesse vollzieht. In der direkten Arbeit zwischen Professionellen und Klienten zeigen sich immer häufiger digital erbrachte Dienstleistungen etwa in Form von Onlineberatungsangeboten oder internetgestützte Therapieleistungen.

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Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Digitalisierung derzeit vorrangig im Feld der Sozialen Arbeit ausgeprägt ist. So finden etwa softwarebasierte Tools zur Diagnose, die auf Algorithmen basieren und Wahrscheinlichkeiten dafür berechnen können, welche Ereignisse in der weiteren Fallarbeit auftreten können, immer mehr Anwendung im Case Management.

Für soziale Organisationen stellt sich somit die Herausforderung, Technikentwicklung und die Gestaltung von Arbeitsprozessen zusammen zu denken und Beschäftigte sowie Klienten in digitale Gestaltungs- und Einführungsprozesse einzubeziehen.

Fest steht: die Digitalisierung hat die Sozial- und Gesundheitswirtschaft zumindest in Form von Unterstützungsprozessen erreicht. Unstrittig ist dabei, dass die Digitalisierung neue Kompetenzanforderungen an die Beschäftigten stellt und folgerichtig verstärkte Qualifizierung und Personalentwicklung erfordert. Das Wissen um die technischen Nutzungsmöglichkeiten verlangt neue Kompetenzen bei den Beschäftigten.

Das Institut bietet durch Symposien, Seminare, Online-Qualifizierungen und innovative Projekte einen organisatorischen Rahmen, in dem diese Fragen der Digitalisierung auf der Grundlage konkreter Praxisvorhaben diskutiert und erprobt werden können.